Victor Halb

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  • Zuletzt geändert am
  • 12. Mai 2012

Sozialistische Umtriebe im Karl-Marx-Hof!

Ein Gespenst geht um in Heiligenstadt

  • Sozialistische Umtriebe im Karl-Marx-Hof!
  • Ein Gespenst geht um in Heiligenstadt
  • Eine Recherche für den „Augustin“ Nr. 299, Juni 2011
  • Ein kleinbürgerliches Idyll nur auf den ersten Blick. Was geht im Karl-Marx-Hof wirklich vor?
  • Zahlreiche Karl-Marx-Statuen zeigen den weiterhin ungebrochenen Personenkult.
  • Das „Rote Wien“ nur Geschichte? Hier werden offenbar noch immer Gehirne gewaschen.
  • Nur harmlose Freizeitbeschäftigungen? Der Seniorenclub im Karl-Marx-Hof
  • Ein „Kleingartenverein“: Was passiert wirklich hinter diesen Hecken?
  • Leere Einkaufswägen: Stehen sie zum Transport von Waffen bereit?
  • Videoüberwachung: So also ist es um die Privatsphäre im sozialistisch unterwanderten Gemeindebau bestellt!
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Ein Gespenst geht um in Heiligenstadt! Dass der „Karl-Marx-Hof“, drittgrößter Gemeindebau Wiens, noch 1934 von seinen BewohnerInnen militärisch gegen die austrofaschistischen Truppen verteidigt worden war, war bekannt. Seither schien es, als wäre es dort friedlich; bisher hatten wir die Tatsache, dass es in Wien noch immer einen „Karl-Marx-Hof“ gibt, immer nur als Fossil aus der Zeit des „Roten Wiens“ der 1920-er abgetan oder vielleicht noch als eine lokalspezifische Ausprägung sozialdemokratischer Folklore. Aber dem ist, wie unsere Recherche jetzt gezeigt hat, bei Leibe nicht so!

Gleich unser erster Blick hinter die festungsartige Fassade und hinein in die Innenhöfe ließ uns das Blut gefrieren angesichts des dort auch weiterhin nahezu unverhohlen praktizierten Personenkults: Unzählige auf den Balkonen ausgestellte Karl-Marx-Statuen waren gerade einmal oberflächlich als sog. „Gartenzwerge“ getarnt. Was geschieht wirklich, fragten wir uns, hinter diesen auf den ersten Blick so bieder wirkenden Fassaden, und sahen uns umso sorgfältiger um.

An jeder Ecke des weitläufigen Komplexes waren z. B. rote (!) Wegweiser zum „Waschsalon Das Rote Wien“ angebracht. Das „Rote Wien“ nur noch Geschichte? Mitnichten! In diesem „Roten Wien“ wird offenbar auch weiterhin noch Gewand (und werden wohl auch Gehirne) gewaschen!

Weiters fiel uns auf, dass die Spielplätze in jedem der Innenhöfe, obwohl durchaus mit attraktivem Gerät bestückt, sämtlich menschenleer waren. Dürfen selbst die Kinder hier, fragten wir uns, nicht mehr einfach nur unbefangen spielen? Müssen selbst die Kinder hier schon täglich zur Gehirnwäsche in den „Waschsalon“?

Beklommen gingen wir weiter. Die allzu gewöhnlichen Fotos im Schaukasten eines angeblichen „Seniorenklubs“ sollten harmlose Freizeitbeschäftigungen der Bewohner und Bewohnerinnen des Gemeindebaus vorgaukeln. Aber wir ließen uns jetzt nicht mehr täuschen.

In jedem Hofeingang wiesen da zum Beispiel auch Plakate auf einen „Gottesdienst im Karl-Marx-Hof“ hin. Wir konnten uns nun schon denken, welche „Bibel“ da zur Anwendung kam!

Und was hatte die Ansammlung von herrenlosen leeren Einkaufswägen im hintersten Eck eines der Höfe zu bedeuten? Waren sie zum bequemeren Transport von Waffen und Wurfgegenständen bereit gestellt? Oder sollten sie die BewohnerInnen nur schon einmal an die ebenso leeren Regale der zukünftigen sozialistischen Supermärkte heran führen?

Erschreckend auch die an allen strategischen Punkten angebrachten Videokameras. So also ist es um die Privatsphäre in einem sozialistisch infiltrierten Wohnhof bestellt!

Bezeichnend waren natürlich auch die propagandistischen Wandmalereien an allen Ecken und Enden des Geländes. Hammer und Sichel gab es da und, neben vielem anderen, eine Parole hinaus zur Heiligenstädter Straße: „Diebstahl ist Freiheit“. Was sollen sich die Passanten, Touristen etwa auf dem Weg hinaus zum Heurigen, dabei denken?

Auf der anderen Seite des Komplexes, in Richtung zu den Gleisen, gab es dann noch den „Kleingartenverein Karl-Marx-Hof“. Ein Schrebergartenidyll, beinahe. Wären da nicht noch weitere als Gartenzwerge getarnte Karl-Marx-Statuetten gewesen.

Was geschieht in diesen Gartenlauben? Was passiert hinter diesen Hecken? Die zuständigen Behörden sollten es nicht versäumen, immer einen wachsamen Blick auf die Vorgänge dort zu richten!

Text und Fotos: Victor Halb