Corona-Partei - erste Gedanken zu einem vorläufigen Parteiprogramm?

Die Corona-Krise wird uns noch einige Monate lang begleiten, bestimmen, beeinträchtigen. Wir hamstern nicht, informieren uns in den Qualitätsmedien und verurteilen das chaosbefördernde Verbreiten von Fakenews und setzen unser Vertrauen auf medizinisch-wissenschaftliche Fortschritte. Zur Unterstützung der staatlichen Maßnahmen, um den Anstieg der Infektionen zu verlangsamen und den Kollaps der Gesundheitsversorgung möglichst zu begrenzen oder zu verhindern, gibt es zur Zeit keine vernünftige Alternative. Wir werden deshalb …

A.) die Notstandsmaßnahmen kritisch registrieren, beobachten und kommentieren.

B.) bestehen wir darauf, dass alle politisch administrativen Sonderrechte für Behörden und Institutionen wie auch die technischen Überwachungsmethoden wie zum Beispiel das staatliche Tracking nach Beendigung der Krise unverzüglich zurückgenommen und zurückgebaut werden mindestens auf den Stand vor Ausbruch der Krise.

C.) Das notwendige Einschränken der sozialen Kontakte während der Krise und die Isolation der Einzelnen wird menschlich gesehen eine große Belastung werden und ist (demokratie-)politisch eine Gefahr. [Digitale Kontakte und Diskussionen; Balkonkonzerte, täglich um 18 Uhr, und ähnliches; und bitte, trotz Lagerkoller, keine trotzigen Parties im Wald. Was ließe sich da vielleicht noch tun?]

D.) Die Krise ist aber vor allem auch eine große Chance: Viele jener angeblichen großen und kleinen Gewissheiten aus den Zeiten des tretmühlenartigen Alltags erweisen sich jetzt als Schimären oder werden doch schwer in Frage gestellt. [Beispiele: Wer braucht schon eine „Schwarze Null“? Wem nützt das? Wer sind jetzt wirklich die „LeistungsträgerInnen“ der Gesellschaft? Es gibt, das zeigt sich jetzt, genügend Waren in den Lagern, plötzlich gibt es genügend Geld - woraus ersteht da noch ein Zwang zum Wachstum? Wozu da noch dieser ständig wachsende Leistungsdruck in der Arbeitswelt? Absurd, sich das zu geben, angesichts der Begrenztheit unseres Lebens. Sind nur Vorschläge, genauer diskutieren und ausführen …]

E.) Das (noch) Utopische; noch „ohne Ort“: angenommen, die Krise dauert sechs Monate. Unser Programm für die sechs Monate danach: Aufarbeitung und Reflexion, Rücksetzung der tendentiell totalitären Mechanismen und Redemokratisierung der Institutionen. Urlaub für die HauptleistungsträgerInnen während der Zeiten der Krise. Und danach, als Dank an uns alle, als Ausgleich für unsere Entbehrungen, wiederum sechs Monate lang: Die Wirtschaft noch einmal auf Sparflamme herunterfahren, wie während der Krise, mit einem allgemeinen „Homeworken“ und Geld für alle, vor allem für die Klein-, Kleinst- und auch die Garnichtunternehmer. Mit einer allgemeinen Empfehlung also wieder, dem Arbeitsleben fernzubleiben, aber dann bitte ohne sonstige Ausgangsbeschränkungen und vor allem auch ganz ohne Virus …

Aus der Krise lernen - das wird schön!

HIER geht's zum Corona-Tagebuch.